Nachbericht zur Hochalpinen Bergwanderung vom 15.-16.09.18

Dieses Jahr stand die Frederick-Simms-Hütte im Lechtal, genauer gesagt am Ende des Sulzltales, auf dem Programm. Eine der wenigen Hütten, bei denen noch der Grundsatz "weniger ist mehr"im Vordergrund steht. Sie liegt sehr exponiert am Hang unter der Holzgauer Wetterspitze auf 2004 m ü. NN.

Ausgangspunkt der Wanderung war wieder mal Kaisers im hinteren Lechtal. Der Regen begleitete uns noch bis zum Parkplatz am Beginn des Kaisertales. Doch schon nach wenigen Gehminuten konnten die 20 Bergfreunde die Regenjacken verstauen und mussten diese auch im weiteren Verlauf erfreulicherweise nicht mehr auspacken. Die erste kleinere Rast machten wir an der Kaiseralpe nach gut einer Stunde Gehzeit. Dort wurden die Kühe für den bevorstehenden Almabtrieb geschmückt und die großen Kuhglocken wurden umgebunden. Da war was los. Nach der kurzen (Getränke-)Pause ging dann die Wanderung so richtig los. Die Wegverhältnisse auf den Almböden waren aufgrund der Nässe nicht einfach. Deshalb war jeder damit beschäftigt, sich den richtigen sicheren Tritt zu suchen. Nach einigen Steiletappen folgten immer wieder kurze flache Passagen, bei denen wir uns immer wieder gut erholen konnten. Vor dem letzten Anstieg zum Kälberlahnzugjoch  legten wir noch eine gemeinsame Mittagsrast ein. Immer wieder ließ sich die wärmende Sonne blicken und wir konnten die steil aufragenden Lechtaler Berge um uns herum erkennen. Das war nicht ohne. Dennoch mussten wir rauf auf das Joch, auf 2585 m Höhe gelegen. Unterwegs blieben zwar einige Schweißperlen auf der Strecke, aber alle kamen gut rauf und waren froh, dieses alpine Etappenziel erreicht zu haben.

Eigentlich ging es von nun an nur noch bergab. Aber nur für diejenigen, die sich nicht für den Gipfelanstieg zur Wetterspitze entschieden. Der größere Teil der Wandergruppe entschied sich dennoch für den Aufstieg. Zusätzliche 300 Höhenmeter lagen vor ihnen incl. leichter Kletterei im letzten Teil des Zustiegs. Immerhin gilt die Wetterspitze mit ihren 2895 m Höhe als einer der höchsten Gipfel in den Lechtaler Alpen. Tatsächlich schien die Sonne, als die Gipfelstürmer sich am Gipfelkreuz versammelten. Ein unvergesslicher Rundblick war die Belohnung.

Nach kurzer Gipfelrast war der Abstieg angesagt. Immerhin lagen noch 900 Höhenmeter vor der Gruppe und das Wetter verschlechterte sich zusehends. In steilen z. T. sehr rutschigen Serpentinen führte der Weg hinunter zur Hütte. Gegen 17 Uhr war die komplette Wandergruppe wieder vereint und alle waren froh, diese Tour gemeistert zu haben. Der erste Schluck Bier war göttlich!

Der Hüttenwirt Charly teilte uns unser Nachtquartier zu. Wir waren alle in einem Matratzenlager untergebracht. Das war mal kuschelig. Aber so ist es eben in den Bergen, geräumige Quartiere werden überbewertet. Nach einer Schnellwäsche mit Kaltwasser konnte der Hüttenabend seinen Lauf nehmen. Die Hütte war an dem Abend voll belegt und wir (20) durften uns im Winterraum, der Platz für max. 15 Personen bietet, regelrecht ausbreiten. In dieser heimeligen Atmosphäre (und super Essen) verbrachten wir einen sehr lustigen  Abend. Um 22.30 Uhr gings dann ins Bett, was auch gut so war.

Denn um 6.20 Uhr wurden wir mit sanften Hackbreck- und Gitarrenklängen von den Hüttenwirten. Mal was anderes, wenn auch recht früh. Aber so hat man was vom Tag und wir waren bereits um 8 Uhr fertig mit dem Frühstücken. Alle waren recht guter Laune, trotz diverser Erlebnisse in der Nacht. Mit dem guten und reichhaltigen Hüttenfrühstück im Magen sammelten wir uns vor der Hütte um Abmarsch bei bestem Bergwetter aber noch kühlen Temperaturen. Doch auf Grund eines Murenabganges im Bereich des Falmedonjochs war unser geplanter Rückweg nach Kaisers leider nicht begehbar. Charly, unser Hüttenwirt, verwies nochmals eindeutig auf das Verbot, den Weg dennoch zu gehen. Somit waren wir gezwungen, den Talabstieg durchs Sulzltal zu nehmen. Von der Hütte führten uns 25 Steilkehren schnell hinter auf den Talboden. Die Anlaufphase für die Gelenke war gleich Null. Egal, wir waren unten. Wir folgten dem Fahrweg hinaus bis zur Sulzlalm, die uns zu einem kleinen Frühschoppen einlud.

Noch einmal konnten wir am Talende die einmalige Lage der Hütte erkennen. Dann ging es weiter talwärts über den sog. Tunnelweg. Gegen 11.30 Uhr erreichten wir dann Stockach im sonnigen Lechtal. Unsere Autos standen aber in Kaisers. Also wanderten wir noch gut 1,5 Stunden auf dem Lechwanderweg Fluss aufwärts bis nach Walchen, wo wir eine Fahrgelegenheit zu den Autos hatten. Am Restaurant dort stillten wir noch unseren Hunger und Durst bevor wir gegen 15Uhr die Heimfahrt antraten. Es wieder einml eine super schöne, aber auch anstrengende Tour im Lechtal. Die rustikale Frederick-Simms-Hütte war das absolute Highlight, in jeglicher Hinsicht.

Im Namen aller Teilnehmer bedanke ich mich bei Georg Fürst, der diese Tour in bewährter Form geplant und durchgeführt hat. Alle sind schon gespannt, wo es im Jahr 2019 hingeht.

 

Dietmar Apprich

   


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